Nierenbeteiligung

Die Nierenfunktion verschlechtert sich unter der Fabry-Krankheit im Alter.1 Studien zu der Beteiligung der Niere bei Morbus Fabry zeigen, dass in verschiedenen Zelltypen GL-3 abgelagert wird, unter anderem in glomerulären Endothelzellen, mesangialen Zellen, interstitiellen Zellen, distalen Tubuli und Podozyten.1,2

Nierenfunktionsstörungen, die durch das Auftreten von Mikroalbuminurie und Proteinurie gekennzeichnet sind, treten oftmals erstmalig zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahrzehnt auf. Die Morbus Fabry-bedingte Nierenschädigung bewirkt letzten Endes eine Nierenerkrankung im Endstadium, eine der Hauptursachen für Morbidität und Mortalität.3,4

Die Prävalenz von Morbus Fabry bei Patienten mit einer Nierenerkrankung im Endstadium ist hoch.


Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Beispiele für kardiale Veränderungen bei Morbus Fabry sind infiltrative hypertrophe Kardiomyopathie, in der Regel als linksventrikuläre Hypertrophie [LVH], sowie abnormale Reizleitung; Von diesen Veränderungen gilt LVH als stärkster Prädiktor für kardiale Ereignisse.6-8 Die Ergebnisse des Fabry-Registers* zeigten, dass die Herz-Kreislauf-Erkrankung die Hauptursache für den Tod der Patienten war, wobei 53,6 % der männlichen Todesfälle und 50,0 % der weiblichen Todesfälle auf diese Ursache zurückzuführen waren.3

Die kardialen Symptome treten etwa 10 Jahre früher bei Männern als bei Frauen auf. Es wurde aber nun erwiesen, dass beide Geschlechter davon betroffen werden, wobei bis zu 90 % der Patienten im Verlauf der Erkrankung unter Kardiomyopathie leiden.6,9 Kardiale Beteiligung beginnt oft früh im Leben, aber kann manchmal bis zum dritten oder vierten Jahrzehnt nicht klinisch erkannt werden.7

Mit dem Fortschreiten der Krankheit kommt es zu kardialen Symptomen und Kardiomyopathie bzw. bei schwerem Verlauf eine Myokardfibrose, die bei Patienten im Endstadium zu einem kongestiven Herzversagen und zum Tod führen kann.10

Auch Herzrhythmusstörungen und Veränderungen der Nervenleitungen kommen bei Patienten mit Morbus Fabry häufig vor und zählen auch zu den Morbiditäts- und Mortalitätsursachen.11 Im Rahmen einer Studie über 1.448 unbehandelte Fabry-Patienten traten bei 14 % der betroffenen männlichen Patienten und bei 20 % der weiblichen Patienten ventrikuläre Herzrhythmusstörungen auf.11

Auswirkungen von Morbus Fabry

Eine Fabry Herz-Variante wurde mit einer hohen Prävalenz in der taiwanesischen-chinesischen Bevölkerung identifiziert.12 Dieser Krankheits-Phänotyp tritt typischerweise im fünften bis achten Lebensjahrzehnt mit Herzbeteiligung auf, wobei in der Abwesenheit von klassischen Symptomen der Fabry-Krankheit linksventrikuläre Hypertrophie, Kardiomyopathie und Herzrhythmusstörungen vorkommen.12

Einige α-Galaktosidase A (GLA) Genmutationen der „kardialen Variante“ wurden identifiziert und am häufigsten kommt die IVS4+919G>A Mutation vor, die etwa 80 % der Fälle ausmacht.12


Gastrointestinale Auswirkungen

Fabry-Daten zeigen, dass 50 % der Patienten gastrointestinale Symptome aufweisen.4 Die am häufigsten auftretenden gastrointestinalen Symptome sind Bauchschmerzen, die oft nach dem Essen auftreten, und Durchfall.4 Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen sind andere typische Symptome.4 Das mittlere Alter bei Beginn vieler gastrointestinaler Symptome ist vor dem 15. Lebensjahr.4 Daten de FOS (Fabry Outcome Survey)* berichteten, dass 60 % der Kinder unter 10 Jahren gastrointestinale Symptome aufwiesen – am häufigsten wurde über veränderte Stuhlgewohnheiten und Bauchschmerzen berichtet.4 In einem anderen Bericht wiesen nur 18 % der Kinder gastrointestinale Symptome auf.4

*von Shire gesponsert.

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Erfahren Sie, wie Morbus Fabry entsteht

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Hilfe für Patienten, Morbus Fabry zu verstehen

MATERIAL

  1. Germain DP. Fabry disease. Orphanet J Rare Dis. 2010;5:30. doi:10.1186/1750-1172-5-30.
  2. Wijburg FA, Benichou B, Bichet DG, et al. Characterization of early disease status in treatment-naive male paediatric patients with Fabry disease enrolled in a randomized clinical trial. PLoS One. 2015;10:e0124987.
  3. Waldek S, Patel MR, Banikazemi M, Lemay R, Lee P. Life expectancy and cause of death in males and females with Fabry disease: findings from the Fabry Registry. Genet Med. 2009;11(11):790-796.
  4. Mehta A, Beck M, Eyskens F, et al. Fabry disease: a review of current management strategies. Q J Med. 2010;103(9):641-659.
  5. Thadhani R, Wolf M, West ML, et al. Patients with Fabry disease on dialysis in the United States. Kidney Int. 2002;61:249-255.
  6. Kampmann C, Perrin A, Beck M. Effectiveness of agalsidase alfa enzyme replacement in Fabry disease: cardiac outcomes after 10 years’ treatment. Orphanet J Rare Dis. 2015;10:125.
  7. Linhart A, Kampmann C, Zamorano JL, et al. Cardiac manifestations of Anderson-Fabry disease: results from the international Fabry outcome survey. Eur Heart J. 2007;28(10):1228-1235.
  8. Patel MR, Cecchi F, Cizmarik M, et al. Cardiovascular events in patients with Fabry disease: natural history data from the Fabry registry. J Am Coll Cardiol. 2011;57(9):1093-1099.
  9. MacDermot KD, Holmes A, Miners AH. Anderson-Fabry disease: clinical manifestations and impact of disease in a cohort of 98 hemizygous males. J Med Genet. 2001;38:750-760.
  10. Seydelmann N, Wanner C, Stork S, Ertl G, Weidemann F. Fabry disease and the heart. Best Pract Res Clin Endocrinol Metab. 2015;29(2):195-204.
  11. Acharya D, Robertson P, Kay N, et al. Arrhythmias in Fabry cardiomyopathy. Clin Cardiol. 2012;35:738-740.
  12. Lin HY, Chong KW, Hsu JH, et al. High incidence of the cardiac variant of Fabry disease revealed by newborn screening in the Taiwan Chinese population. Circ Cardiovasc Genet. 2009;2(5):450-456.
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